Externe Gedächtnisstütze
Listen-App bei ADHS – auslagern, was der Kopf gerade nicht halten will
„Merk ich mir!“ ist keine ADHS-App im engeren Sinn. Aber die Dinge, die vielen Menschen mit ADHS im Alltag schwerfallen – etwas festhalten, bevor es weg ist, den Überblick behalten, dranbleiben – sind genau das, wofür diese App gebaut ist: eine ruhige Liste, die als externes Gedächtnis funktioniert.
Foto statt Formulieren
Der schwierige Moment ist oft nicht das Vergessen, sondern das Aufschreiben: Man müsste den Gedanken in Worte fassen, findet das Wort nicht, wird abgelenkt – und weg ist er. Ein Foto überspringt diesen Schritt. Du tippst einmal auf den Auslöser, das leere Glas, das Regal, den Zettel an der Pinnwand – und die Sache steht auf der Liste, ohne dass du sie beschreiben musstest.
Abhaken gibt einen kleinen Schub
Eine Aufgabe antippen und sie wandert sichtbar nach unten – dieser kleine Moment „erledigt“ ist ein niedrigschwelliger Belohnungsreiz. Lange Listen lassen sich in kleine aufteilen, damit das Gefühl von Fortschritt häufiger kommt und nicht erst am Ende.
Reizarm, ohne Konto, ohne Sog
- Keine Werbung, kein Feed, kein Tracking – die App zeigt deine Listen und sonst nichts.
- Kein Login-Zwang für private Listen: laden, öffnen, direkt schreiben. Ein Anmeldeschritt weniger, an dem man hängen bleibt.
- Keine Benachrichtigungsflut. Die App meldet sich nicht ungefragt.
Mental Load sichtbar machen
Vieles an Alltagsorganisation passiert unsichtbar im Kopf einer Person. Eine geteilte Liste holt das aus dem Kopf heraus: „Kücheneinkauf“, „Kita-Kram“, „Reparaturen“ liegen offen, beide Partner sehen, was ansteht, und können abhaken oder ergänzen – ohne dass alles über eine Person läuft. Wie das Teilen funktioniert, steht auf Einkaufsliste teilen.
„Merk ich mir!“ ist ein Alltagswerkzeug, kein Medizinprodukt. Die App diagnostiziert nichts und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Ob eine bestimmte Strategie für dich passt, entscheidest du – bei Bedarf gemeinsam mit Fachleuten.
Häufige Fragen
Ist „Merk ich mir!“ eine App speziell für ADHS?
Nein. Es ist eine allgemeine Listen-App. Viele Menschen mit ADHS nutzen sie trotzdem gern, weil sie reizarm ist, kein Konto verlangt und das Aufschreiben durch ein Foto ersetzt.
Warum hilft eine Liste mit Fotos beim Merken?
Ein Foto senkt die Hürde: Du musst nichts in Worte fassen, nur auf den Auslöser tippen. Der Gedanke ist gesichert, bevor er wieder weg ist.
Muss ich mich anmelden?
Für private Listen nicht. App laden, Liste anlegen, loslegen – kein Konto, kein Passwort. Ein Login brauchst du nur zum Teilen oder Synchronisieren.
Ist die App reizarm oder lenkt sie ab?
Es gibt keine Werbung, keine Benachrichtigungsflut und keinen Feed. Die App zeigt deine Listen – mehr nicht.
Kann ich Alltagsaufgaben mit dem Partner teilen?
Ja. Eine geteilte Liste macht die unsichtbare Alltagsorganisation sichtbar – beide sehen, was ansteht und was erledigt ist.
Ersetzt die App eine Therapie oder Medikation?
Nein. „Merk ich mir!“ ist ein Alltagswerkzeug, kein Medizinprodukt und kein Ersatz für ärztliche oder therapeutische Behandlung.
